Bis zur heutigen Gegenwart

Der Deutsche Pfadfinderverband (DPV)

Durch den Wegfall des starken BDP in der interkonfessionellen Pfadfinderlandschaft und der starken Splitterung in zahlreiche Bünde wuchs das Bestreben nach einer gemeinsamen Organisationsform, einem Dachverband.
So wurde am 21.06.1970 wird der DP e.V. (später Umbenennung in DPV) von folgenden Verbänden gegründet:

  • Pfadfinderbund Nord (PBN)
  • Pfadfinderschaft Süd (PBS)
  • Pfadfinderschaft Grenzland
  • Pfadfinderschaft Nordmark
  • Verband Deutscher Pfadfinder
  • DP- Landesmark Westfalen
  • IG-Westland

In den Folgejahren traten weitere Bünde, wie z.B. der Deutsche Pfadfinderbund und der DPB-Westmark, in den DPV ein. In den ersten Jahren wurden die Grundlagen der Zusammenarbeit im Verband festgelegt.
Pfingsten 1974 findet das erste DPV-Lager in der Eifel mit 2.000 Teilnehmern statt. Diesem Lager folgten regelmäßige Großlager des DPV mit steigenden Teilnehmerzahlen. Seit 1985 arbeiten DPV und BdP auf mehreren Ebenen zusammen. Ein weiterer Aufnahmeantrag des DPV in den RdP wurde wiederholt abgelehnt. Seither gab es keine weiteren Versuche eigenständig in den RdP aufgenommen zu werden.
Derzeit sind 17 Bünde Mitglied des DPV. Sie vereinen ca. 27.000 Pfadfinder. Der DPV arbeitet nahezu 100%ig ehrenamtlich (nur 2 Mitarbeiter), beruft sich bei der Arbeit auf die Grundlagen Baden-Powells, ist interkonfessionell, bildet politisch (macht aber keine politische Meinung!) und ist ein anerkannter Jugendverband in der Jugenderziehung. Die einzelnen Bünde arbeiten dabei weitgehend autonom.

 

Die Pfadfinderringe Deutschlands

Nach dem Austritt des BDP aus dem RdP wurde der ebenfalls neu gegründete "Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder" (BdP) neu in den Ring deutscher Pfadfinder (RdP) aufgenommen (10.11.1971). Dadurch scheiterten alle Hoffnungen auf eine geeinigte deutsche Pfadfinderschaft und der DPV zog seinen Antrag auf Aufnahme in den Ring zurück.
Am 13.03.1977 wird der Deutsche Pfadfinder Ring (DPR) gegründet. Die Gründungsverbände sind:

  • Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE)
  • Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD)
  • Deutsche Pfadfinderverband (DPV)

Seitdem existieren in Deutschland zwei Pfadfinderringe:

  • RdP (vom Weltbüro "anerkannt", Mitglied im Weltpfadfinderverband)
  • DPR (vom Weltbüro nicht "anerkannt", kein Mitglied im Weltpfadfinderverband)

 

Der DPB-Westmark / DPB-Mosaik

Durch intensive Schulungsarbeit und ein attraktives Programm stiegen die Mitgliederzahlen rasant an und hatten einen erhöhten Einfluss des Gaues Mittelrhein zur Folge. 1971 tritt der DPB-W in den DPV ein. In der Folgezeit wurde die Landesmark Rheinland gegründet und eine Geschäftstelle in Köln eingerichtet, die es den Stammesführern ermöglichte die eigentliche Arbeit zu intensivieren. Von nun an konnte man wegen dieser neuen Organisationsstruktur immer weiter den Bund modernisieren und voranbringen. So wurde die veraltete Bundesverfassung 1974 neu formuliert und 1977 mit einer Angleichung der Kluft an den DPV verabschiedet. In der Folgezeit stand die gemeinsame Gestaltung des Bundes, die Idee des Mosaiks, im Mittelpunkt. Gleichzeitig vergrößerte er sich weiter durch das hinzukommen zahlreicher Stämme. Internationale Kontakte wurden geknüpft, andere Länder er-fahren und die ersten Bundeslager ausgerichtet. Es war ein lebendiger Bund geworden, der die Vergangenheit überwunden hat.
Aus dieser Entwicklung wuchs der Wille endgültig die Bundesverfassung von den Relikten der Vorzeit zu befreien und sie der gelebten Form und Wirklichkeit anzugleichen. Diese neue Bundesverfassung (bestehend aus Bundessatzung, Bundesordnung, Bundesurkunde.) konnte 1988 fertiggestellt werden. Man war nicht mehr bereit einen Bund zu vertreten, den man nicht mehr darstellen wollte, und so wurde im gleichen Jahr das alte Schachbrett-Abzeichen durch das neue Bundesabzeichen ersetzt und der "Deutsche Pfadfinderbund Westmark" (DPB-W) in "Deutscher Pfadfinderbund Mosaik" (DPBM) umbenannt.

 

Die deutschen Pfadfinder und der Weltverband

Wie bereits beschrieben wurde der RdP nach dem 2. Weltkrieg in den Weltverband aufgenommen. Damit war der Großteil der Pfadfinder Deutschlands Mitglied. Dies ist, aufgrund der Vormachtstellung der konfessionellen Pfadfinder, auch heute noch der Fall. Durch den Zerfall des BDP und der daraus resultierenden Neugruppierung, unter anderem der Gründung des DPV, sind heute lediglich ca. 30% der interkonfessionellen Pfadfinder über den BdP Mitglied im Weltverband. Im Laufe der Zeit sind alle Versuche alle interkonfessionellen Pfadfinder unter einem Dach zu vereinen gescheitert.
Dies liegt vor allem daran, dass sich in den vielen kleineren Bünden im Laufe der Zeit eine eigene Bundeskultur entwickelt hat, die heute nicht mehr aufgegeben werden kann. Gerade dies aber wurde in der Vergangenheit von einem Teil der Mitgliedsbünde im RdP gefordert. Mit dieser Begründung wurden alle Annäherungsversuche des DPR abgelehnt. 
Da im Weltpfadfinderverband jedoch nur ein nationaler Verband, in Deutschland der RdP, aufgenommen wird, wäre ein Zusammenschluss als Dachverband der interkonfessionellen Pfadfinder innerhalb des RdP jedoch unumgänglich für eine Mitgliedschaft im Weltverband.
Auch wenn dem Weltpfadfinderbüro die spezielle Konstellation im deutschen Pfadfindertum bekannt ist, ist man nicht bereit einen weiteren Vertreter Deutschlands eigenständig aufzunehmen. Die Verantwortung für eine gemeinsame Zusammenarbeit liegt im jeweiligen Land selbst. Da die Verbände in Deutschland keinen Zusammenarbeit haben ist die Mitgliedschaft für viele Pfadfinder bis heute nicht von der Qualität der Arbeit, sondern von Bürokratie abhängig und in weite Ferne gerückt.

 

Literatur

  • Hinkel, Paul-Thomas. Die Pfadfinderverbände in der Bundesrepublik Deutschland. Hg. Klaus Hinkel. Baunach: Deutscher Spurbuchverlag, 1990
  • Wittke, Hansdieter. Freiheit in Bindung. Hg. Klaus Hinkel. Baunach: Deutscher Spurbuchverlag, 1990
  • DPB-Mosaik. Wege finden - Wege gehen. Führungshandbuch des DPB-M, Hg. Deutscher Pfadfinderbund Mosaik. Köln: 1989
  • DPB-Mosaik. Wo kommen wir eigentlich her... Hg. Deutscher Pfadfinderbund Mosaik.Köln: 1996
  • Raasch, Rudolf. Deutsche Jugendbewegung und deutsche Gegenwart. Hg. Deutsches Institut für internationale Pädagogische Forschung. Frankfurt A.M.: 1984
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