Das weitere Leben bis zum Tod

Der Austritt aus dem Militär

1910 erklärte er seinen endgültigen Abschied aus der Armee, um sich ganz dem Aufbau der scoutistischen Bewegung widmen zu können. Dazu allerdings musst er erst König Eduard VII. von der Bedeutung der Pfadfinderei überzeugen. Erst als dieser zustimmte, konnte Baden-Powell endgültig aus der Armee austreten. So wurde BP mit fünfzig Jahren vom hochdekoriertem General zum Jugendgruppenführer.

 

Die internationale Verbreitung der Pfadfinderidee

Als er von ausländischen Pfadfindern in Chile, von deren Existenz BP nicht wusste, überrascht wurde und auch Patroullien, die durch Deutschland fuhren, von großer Begeisterung sprachen, erkannte er, dass sich die Idee weiter verbreiten lässt und auf fruchtbaren Boden in der ganzen Welt fällt.
Um die Pfadfinderidee weltweit zu verbreiten unternahm BP in der Folgezeit zahlreiche Auslandsreisen. 1912 sogar eine Weltreise durch Länder wie Japan, Australien, China, Südafrika,... Dabei lernte er dann auch seine Frau, Olave St. Claire Soames, kennen. Noch im selben Jahr heirateten sie. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.
Seine Bemühungen auch im Ausland seine Idee zu verbreiten fand derweil großes Interesse. Schon bald gab es in vielen Ländern Pfadfinderorganisationen, die sich auf die Grundlagen Baden-Powells begründeten. Um 1920 wurde dann die Vereinigung der weltweiten Pfadfinderbewegung im Weltpfadfinderverband mit Sitz in Genf beschlossen.

 

Die Wölflingsstufe

1916 war es endlich soweit. Die Wölflingsstufe für acht bis 12-jährige wurde gegründet. Erstmals werden die "wolf cubs" im "Cub Pack" altersgemäß zusammengefasst. Sie basiert auf Rodyard Kiplings (übrigens ein guter Freund von BP) Erzählung "Das Dschungelbuch". Dieses Buch war und ist für die Meutenarbeit maßgebend und bietet die Möglichkeiten spielerisch Elemente eines gemeinsamen Zusammenlebens zu erlernen. Die Wölflingsstufe wurde als Vorstufe zur eigentlichen Pfadfinderstufe konzipiert.

 

Die Pfadfinderinnenbewegung

Nachdem bereits 1909 im Chrystal Palace die ersten Mädchen in eigenen Phantasieuniformen auftauchten, beschloss Baden-Powell eine eigene Organisation für Mädchen zu gründen. Fortan gab es Pfadfinderinnen - die Girl-Guides. 1916 übernahm BP´s Frau, die Leitung der Girl Guides. 

 

Die Roverbewegung

1919 wurde für die Älteren Scouts die Roverstufe, die "Rover-Scouts", errichtet. Sie wendet sich an siebzehnjährige und ältere "Jungmänner". Sie können als "Rover Scouts" Mitglied einer "Rover Scout Crew" sein.
Sie vereint jene älteren Pfadfinder in einer Art Bruderschaft "der freien Natur und des Dienens". Sie wandern und durchstreifen die Natur und Länder der Welt, sind befähigt zu helfen und zu dienen und sind beriet anderen zu helfen.

 

Ehrentitel

Wegen seiner Verdienste um die Jugenderziehung wurde BP zum Ritter und Kommandeur mehrerer Orden ernannt. Als 1920 im Gilwell-Park ein Jamboree stattfand, wurde er von den Teilnehmern zum "Chief Scout of the World", wie er sagte der ihm liebste Titel, ernannt. 1929 wurde er dann in den Adelsstand erhoben und war fortan Lord Baden-Powell of Gilwell.
Sein vollständiger Name war damit: Sir Robert Stephenson Smith Lord of Gilwell, Chief Scout of the World.

 

Sein Lebensabend

Seinen Lebensabend verbrachte Baden-Powell in Kenia, dem Land das er liebte. Er verbrachte nach eigenen Aussagen ein sehr glückliches Leben und fand letztlich die Ruhe in der Gewissheit die begonnene Pfadfinderidee in die Hände junger Gruppenführer gegeben zu haben. Aber bis zuletzt galten Baden-Powells Anstrengungen vor allem dem weiteren Ausbau der scoutistischen Jugendbewegung.
Als er am 8. Januar 1941 starb begleiteten ihn Pfadfinder, Soldaten, Weiße und Schwarze zu seinem Grab in Kenia. Auf seinem Grabstein ist ein Waldläuferzeichen eingemeißelt: "Bin heimgegangen".
In der Westminster Abbey, wurde BP als einer der Großen des britischen Reiches geehrt.

 

Literatur

  • Hans E. Gerr. Pfadfindererziehung. Hg. Klaus Hinkel. Baunach: Deutscher Spurbuchverlag, 1996
  • Walter Hansen: Der Wolf, der nie schläft
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