Die Militärzeit

Der Anfang beim Militär

Bei einer Prüfung für den Militärdienst konnte BP von 718 Bewerbern in der Infanterie den fünften Platz und in der Kavallerie den zweiten Platz belegen. So trat er im Oktober 1976 in das Militär ein und konnte, dank seines guten Abschneidens in den Prüfungen, direkt als Oberleutnant zu seinem Regiment in Indien stoßen, wo er auch seine Studien der Natur weiter betrieb. Schnell viel er durch seine Selbstständigkeit und durch seine kritische Einstellung zu traditionellen militärischen Systemen auf. Unter anderem missfielen ihm Drillmethoden und so wollte er die Ausbildung, unter anderem der Scouts, besser und effektiver gestalten. Dabei wandte er erstmals auch das Prinzip "Learning by doing" an. Gerade dieses Streben nach ständigen Verbesserungen zeichneten Baden-Powell aus. Dies zeigte sich auch in dem Bemühen die Gesundheit und auch Moral der Soldaten zu verbessern. Schnell fand er sich in seiner neuen Umgebung zurecht. Überall war er, unter anderem durch seinen Humor, gern gesehen. Doch obwohl er überall gern gesehen war, passte er sich nie der Mode an. Er blieb sich immer selbst treu und behielt immer seine eigenständige Haltung. Sparsam blieb er auch als Offizier, und da er nicht wie viele andere über elterliche Mittel verfügte verdiente er sich durch Illustrieren und Schreiben von Artikeln ein wenig Geld dazu. Auch auf Alkohol und Nikotin verzichtete er, was ihm später als Kundschafter entgegenkam. Schließlich benötigt man gerade hierfür seine Sinne. Er scheute sich auch nicht seinen Kundschaftern in kriegerischen Einsätzen selbst ein gutes Bespiel zu sein. Als einmal eine fünfköpfige Kundschafterpatroullie erfolglos zurückkehrte, man käme nicht durch die Verteidigerketten, schlich er sich selbst durch die Reihen des Feindes. Zum Beweis legte er einen Handschuh in ein Gebüsch, der noch dort war, als das Gebiet erobert wurde.

 

Die Zulu Expedition

 

Der Ashanti-Feldzug

Im Ashanti-Feldzug ging es in erster Linie darum den grausamen König Pempreh zu überwältigen, der gegen nahezu jeden aufbegehrte und unmenschlichen Handlungen vornahm. In dieser Zeit konnte BP von Eingeborenen weitere Waldläuferkünste erlernen. Bald schon war er so gut darin und so ausdauernd, dass er "Impeesa", der "Wolf, der nie schläft", genannt wurde. Seine Erfahrungen aus Indien und Afrika schrieb er in einem Buch nieder. Dem Vorläufer, sozusagen dem Rohmanuskript, von "Aids to Scouting".
Als er den König Pempreh stellte, ließ er ihn am Leben anstatt weiterhin Blut zu vergießen (Pempreh musste allerdings ins Exil).

 

Der Burenkrieg (1899-1900)

Als es zwischen den Buren (Nachkommen von Holländern, Hugenotten und Niederdeutschen in Afrika) und den kolonisierenden Engländern zu einem großen Interessenkonflikt kam, brach der Burenkrieg aus. Oberst Baden-Powell wurde aus Indien nach Mafeking einberufen um dort Soldaten für den Kampf im Dschungel auszubilden. Diese Nachricht verbreitete sich schnell und die Buren umzingelten Mafeking (nach einem vergeblichen Angriffsversuch) um den inzwischen weithin berüchtigten Baden-Powell gefangen zu nehmen. Mafeking wurde mit über 9000 Mann umzingelt. Der Neue Auftrag lautete die Frontstadt so lange wie möglich gegen den Burengeneral Cronje zu verteidigen. Mit nur 1250 Verteidigern stand man die Belagerung 217 Tage lang bis zum eintreffen der britischen Befreiungstruppen durch. Möglich war dies nur durch die Irreführung des Feindes. Man verwusch seine eigenen Schwächen durch zahlreiche Täuschungsmanöver. Dabei mussten sogar die Spione innerhalb der Stadt getäuscht werden.
Baden-Powell ließ einmal Mienen vergraben und ließ dem eine warnende Explosion folgen. Nur, was der Gegner nicht wusste, die anderen Kisten waren leer. Stacheldrahtzäune täuschte er vor, indem er seine Männer die Beine heben ließ, als stiegen sie über die Zäune. So manch bewaffnete Befestigungsanlage war nichts weiter als eine Attrappe mit Strohpuppen, die mit Schnüren an Armen und Beinen bewegt wurden. Die Täuschung gipfelte darin, dass man Lebensmittel über die Befestigungsanlagen warf, um zu demonstrieren, dass man noch lange aushalten würde, bis die Vorräte knapp würden. Von all diesen Manövern, von den Buren durchs Fernglas beobachtet, getäuscht unterließen die Buren weitere Angriffsversuche.
Neu war aber auch, dass BP erstmals Jungen als Botschaftsübermittler, Sanitäter und als Späher eingesetzt wurden um die Truppen zu entlasten. Für sie wurde extra ein Kadettenkorp gegründet.
Nach der Befreiung war BP zu einer Art Volksheld und Idol für die Jugend geworden. Militärische Ehren wurden im in Form der Beförderung zum Generalmajor und der Auszeichnung mit dem Bath-Orden durch Queen Viktoria zu Ehren.

 

Die weitere Zeit beim Militär

Nach dem Burenkrieg installierte er in mehreren afrikanischen Staaten eine Polizeitruppe. Sie war nicht nur für Ruhe und Sicherheit, sondern auch für Ratgeber- und Helferdienste gedacht. Er organisierte den Aufbau der Truppe perfekt und ging bei der Ausbildung seiner Truppe neue Wege. Er kam größtenteils ohne Disziplinarmaßnahmen aus. Der Wahlspruch der mobilen "Kampftruppe"? "Be Prepared". Später lernte er als "Inspektor-General of Cavalry for Great Britain an Ireland" 1903 verschiedene Ausbildungsmethoden im Ausland kennen.

Durch eigene Ideen und diese neuen Erfahrungen motiviert reformierte er die britische Soldatenausbildung. 1907 dann trat er als Generalinspektor der Kavallerie in die Reserve und widmete sich nur noch dem Jugend-Scouting und der Ausbildung der Territorialarmee.

 

Literatur

  • Hans E. Gerr. Pfadfindererziehung. Hg. Klaus Hinkel. Baunach: Deutscher Spurbuchverlag, 1996
  • Walter Hansen: Der Wolf, der nie schläft
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