Die Nachkriegszeit

Die Gründung erster Bünde und Verbände

Die Wiederaufnahme der Pfadfinderarbeit nach dem Krieg von 1945 bis 1950 begann zögernd und war von der Unterstützung durch die Besatzungsmächte abhängig. Während die westlichen Besatzungsmächte die Wiederaufnahme der Pfadfinderarbeit unterstützten, wurde die Pfadfinderarbeit im Osten nur kurze Zeit erlaubt. Auch jetzt begannen die ersten offiziellen Unternehmungen, neben vielen zunächst unorganisierten Gruppen im ganzen Land, zunächst in Bayern. Seit 1947 war ein planmäßiger, regional verstreuter Wiederbeginn der deutschen Pfadfinderei erkennbar.

 

Der BDP

1948 wurde auf zwei Konferenzen die Gründung des Bundes Deutscher Pfadfinder (BDP) beschlossen. Der BDP wurde daraufhin 1949 gegründet.
In den Folgejahren erlangte der BDP unter Führung von Kajus Roller große Bedeutung und war in Deutschland die treibende Kraft der interkonfessionellen Pfadfinderei.

Als die Bundesführung des BDP trotz unterschiedlicher regionaler Strukturen einen einheitlichen Bund mit zentralistischen Methoden schaffen wollte, traten Gaue und Landesmarken aus. Des weiteren konnte der BDP ohnehin nicht alle interkonfessionellen Pfadfinder Deutschlands vereinen. So blieb unter anderem der Deutsche Pfadfinderbund (DPB) selbständig. Nach der ersten Welle der Abspaltungen entstanden kleinere regionale Pfadfinderbünde:

  • Freie Pfadfinderschaft (Schleswig-Holstein, 1955)
  • Pfadfinderschaft Grauer Reiter (Schwaben, 1956)
  • Pfadfinderbund Großer Jäger (Nordhessen, 1958)
  • Pfadfinderbund Nordbaden (1960) 

Damit konnten die verschiedenen Richtungen mit ihren gewachsenen Strukturen nicht in einem Bund zusammengeführt werden. 

Nach dieser ersten "Problemwelle" traten in den frühen 60ern weitere Probleme auf. So kam es zu offenen Streitereien unter anderem über das System der Feldmeister. Als Konsequenz daraus wurden die Feldmeister, die vom Bundesfeldmeister bestimmt wurden, abgeschafft. Viele der ehemaligen Feldmeister, darunter auch Kajus Roller, legten daraufhin ihre Arbeit vollständig nieder. Ausdruck für die offensichtlichen Probleme des BDP war auch das Bundeslager 1966 in Forchheim, das trotz hoher Zuschüsse und nach vielfachen Vorwarnungen, mit ca. 100.000 DM Verlust abgeschlossen werden musste und im BDP eine Finanzkrise auslöste.
In dieser Zeit wurde der BDP nicht gestärkt, sondern vielmehr durch innere Querelen geschwächt.
Die ersten Vorzeichen von Veränderungen im BDP im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Situation um 1968 machten es dem BDP nicht möglich aus den Problemen herauszukommen.

 

Der Ring deutscher Pfadfinderbünde (RdP)

1949 erfolgte die Bildung des "Ring deutscher Pfadfinderbünde" (RdP) mit

  • Bund Deutscher Pfadfinder (BDP)
  • Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD)
  • Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG)

1950 wurde der "Ring deutscher Pfadfinderbünde" vom Weltbüro der Pfadfinder aufgenommen und erhielt damit Sitz und Stimme in der Weltkonferenz.

 

Der DPB-Westmark

Der Deutscher Pfadfinderbund Westmark war nach 1945 selbständiger Pfadfinderbund. Die weitere Entwicklung des DPB-W stand in engem Zusammenhang mit dem Zerfall des BDP 1970 (vergleiche DPV!). Zunächst jedoch war der Bund eher konservativ geprägt, was sich auch durch die weitere Verwendung des Schachbretts als Bundesabzeichen zeigte.

 

Literatur

  • Hinkel, Paul-Thomas. Die Pfadfinderverbände in der Bundesrepublik Deutschland. Hg. Klaus Hinkel. Baunach: Deutscher Spurbuchverlag, 1990
  • DPB-Mosaik. Wege finden - Wege gehen. Führungshandbuch des DPB-M, Hg. Deutscher Pfadfinderbund Mosaik. Köln: 1989
  • Seidelmann, Karl. Pfadfinder in der deutschen Jugendgeschichte. Teil 1, Hannover: Hermann Schroedel Verlag KG, 1977
  • Wittke, Hansdieter. Freiheit in Bindung. Hg. Klaus Hinkel. Baunach: Deutscher Spurbuchverlag, 1990
  • DPB-Mosaik. Wo kommen wir eigentlich her... Hg. Deutscher Pfadfinderbund Mosaik.Köln: 1996
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